Nachdem der Dexcom bei mir eingezogen ist lief auch erstmal wieder alles soweit ganz gut. Mit Ausnahme, dass ich nach Sporteinheiten ständig am Süßigkeiten essen war und ein paar Kilo abnehmen wollte was egal wie viel Sport ich trieb nicht von Erfolg gekrönt war. Das Problem war mein Basal-Insulin, das ich eben nicht so anpassen konnte wie ich es gebraucht hätte. Zu wenig und der Zucker ging zum Nachmittag hin in den Höhenflug, zu viel und ich war ständig am Essen. Die Lösung schien eigentlich ganz simpel: eine Insulinpumpe musste her, weil ich damit den Basalbedarf bedarfsgerecht steuern kann. Es durfte nur keine Pumpe mit Schlauch sein, weil ich mir das so gar nicht vorstellen konnte. Blieb also nur der Omnipod. Mein Arzt war der Meinung, dass man es zwar bei der Kasse versuchen könne er aber aufgrund meiner sehr guten Langzeitwerte wenig Chancen sieht, dass wir die Pumpe durchkriegen.
Ich hatte eigentlich schon immer gute Langzeitwerte. Mein „schlechtester“ war glaube ich bei der Erstdiagnose irgendwas um die 7,x%. Später schwankte er zwischen 5,8% und 6,4%. Aber auch hier hatte ich wieder phantastische Unterstützung von meiner Dia-Fee. Wir haben ein Gutachten an die Kasse geschickt mit allen Angaben, die eine Pumpe rechtfertigen. Unter anderem hatte ich auch ein Dawn-Phänomen, d.h. mein Zuckerspiegel ist zum Morgen hin angestiegen, mein CGM hat mich geweckt und ich habe dann gespritzt. So kann man auch seine Nacht verbringen.
Es war ja vorauszusehen, dass der MdK wieder zur Prüfung herangezogen werden würde und was dann folgte waren fast 6 Monate Warterei auf Gutachten und Bescheid, Widerspruch und erneutes Gutachten. Beim MdK sitzen anscheinend nicht immer Leute, die wissen was sie tun. Am Ende wurde der Omnipod zur Probe bewilligt und ich war glücklich. Ich durfte ihn 4 Monate tragen und am Ende war mein Langezeitwert bei 5,4% und dort ist er seitdem dauerhaft. Ok, mit ein entscheidender Faktor ist, dass ich schon in der Probezeit angefangen habe zu loopen, also meinen Sensor per Handy-App mit der Pumpe verbunden habe und die App die Steuerung der Pumpe mit übernimmt. Dazu später mehr 😉
Achso, das mit dem Abnehmen funktioniert seitdem auch wieder wunderbar….
FAZIT:
Probleme kann man lösen. Man muss sie nur erkennen und angehen. Früher konnte ich mich mit dem Gedanken von einem elektronischen Gerät abhängig zu sein nur sehr schlecht anfreunden, aber wenn man es einmal ausprobiert hat ist es doch der Hammer und man erhält ein großes Stück Lebensqualität zurück.


